Kosmochemie befaßt sich mit dem Studium extraterrestrischer Materie. Untersuchungsobjekte sind unter anderem Meteorite, interplanetare Staubteilchen (IDPs) und kometare Staubteilchen. Weiterhin dazu gehören auch Mondgesteine sowie – insbesondere falls sie verfügbar für Laboruntersuchungen werden sollten – Gesteine von anderen Himmelskörpern. Material vom Planeten Mars steht vielleicht bereits in Form der "Marsmeteorite" zur Verfügung.

Meteroite

Als Meteorite bezeichnet man auf die Erde gefallene Bruchstücke außerirdischer Himmelskörper. Grob unterteilt werden die Meteorite nach ihrer Zusammensetzung in Steinmeteorite (die weitaus häufigsten), Eisenmeteorite bzw. Stein-Eisen-Meteorite. Vor ihrem Fall auf die Erde, während ihres einige Millionen (für Steinmeteorite) bzw. einige hundert Millionen Jahre (für Eisenmeteorite) dauernden Aufenthalts als kleine Körper im interplanetaren Raum, werden sie als Meteoroide bezeichnet.

"Heiße Wüsten" (z.B. Sahara) und "kalte Wüsten (wie die Antarktis) stellen wegen der geringeren Verwitterung in trockenen Klimazonen bedeutende Fundgebiete für Meteorite dar.

Ursprungsort der meisten Meteorite sind Asteroiden, also Kleinplaneten aus dem "Asteroidengürtel" zwischen den Planeten Mars und Jupiter, aus welchen sie bei Kollisionen abgespalten wurden. Bei einer geringen Anzahl von Meteoriten handelt es sich allerdings auch, wie man seit etwa zwanzig Jahren weiß, um Bruchstücke von Mond bzw. Mars. Eine Reihe von sehr ursprünglichen Meteoriten könnten von Kometen stammen.

Einschläge von größeren Bruchstücken bzw. von ganzen Asteroiden oder Kometen stellen eine Gefahr für das Leben auf der Erde dar (z.B. Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren). Um das Abschießen von Kometen zu üben, bitte hier klicken.

Zu den Hauptzielen der Kosmochemie gehören seit jeher die Bestimmung der solaren Häufigkeiten der Elemente, des chemischen Verhaltens der Elemente und ihrer Verbindungen in Material von solarer chemischer Zusammensetzung und die Erforschung der Mechanismen, die zu der in Meteoriten beobachteten Vielzahl von Mineralphasen führten. Zu den zur Zeit besonders aktuellen Forschungsrichtungen gehört unter anderem die Suche nach überlebender präsolarer Materie (Sternenstaub) in Meteoriten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild links zeigt einen Meteroiten vom Mond und das Bild rechts den berühmten Mars-Meteorite ALH 84001. Dieser wurde 1984 in der Antarktis gefunden und aus der Zusammensetzung der eingeschlossenen Luft wurde seine Zuordnung als Mars-Meteorit bestätigt. Die öffentliche Diskussion um eventuell darauf gefundene Mikroorganismen und damit Leben auf dem Mars hat ihn berühmt gemacht. [siehe: http://cass.jsc.nasa.gov/lpi/meteorites/The_meteorite.html]

 

Auf dem Mars
(Aufnahme der Viking-Sonde, NASA)

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Seite wurde unter fachlicher Beratung von Herrn Dr. Ulrich Ott (Max-Planck-Institut für Chemie Mainz, Abteilung Kosmochemie) angefertigt.(Stand: 01.03.2001)

 

 

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